Ein Knopf fällt selten im richtigen Moment ab. Meistens liegt er dann auf dem Boden, und das Hemd hängt halb offen über der Stuhllehne. Die Reparatur dauert ein paar Minuten, wenn Nadel und Faden greifbar sind.

Erst die Stelle ansehen

Nimm das Kleidungsstück in die Hand und sieh dir die Stelle an, bevor du etwas annähst. Drei Fragen reichen:

  1. Ist der Stoff intakt? Ein sauberes Loch ist eine gute Voraussetzung.
  2. Passt der Knopf? Durchmesser und Lochabstand müssen zum Knopfloch passen.
  3. Ist das Knopfloch heil? Ein ausgefranstes Knopfloch hält keinen neuen Knopf.

Restfäden auf der Innenseite entfernst du mit der Nadelspitze oder einer kleinen Schere. Ziehen bringt nichts, es weitet nur das Loch. Ein Ersatzknopf steckt manchmal in einer Seitennaht; das ist eine Möglichkeit, auf die man sich nicht verlassen kann.

Ist der Stoff eingerissen oder ausgedünnt, ist das eine andere Reparatur. Annähen hält dort nicht, weil der Knopf im Gewebe keinen Halt findet. Ein abgefallener Knopf ist ein Glücksfall, ein ausgerissener nicht.

Ein Knopf in der Schublade ist keine Reparatur. Es entlastet, wenn sich Alltagsaufgaben gemeinsam aufteilen lassen, statt dass eine Person den Stapel allein abarbeitet.

Was wirklich auf den Tisch muss

Viel ist es nicht:

Stichweg, Abstand und Fadenstiel am Zweilochknopf

Vier Arbeitsschritte am Beispiel eines Zweilochknopfs auf einem gewöhnlichen Hemd. Der Abstand zwischen Stoff und Knopf entscheidet darüber, ob sich das Kleidungsstück schließen lässt.

Stichweg und Fadenstiel am Zweilochknopf Zwei Schnittdarstellungen nebeneinander. Links: der Faden läuft abwechselnd durch beide Knopflöcher und durch den Stoff, der Knopf liegt auf einem Abstandhalter. Rechts: nach dem Entfernen des Abstandhalters wird der Faden zwei- bis dreimal um das Fadenbündel zwischen Knopf und Stoff gewickelt und auf der Innenseite vernäht. Stoff Abstandhalter 1. Fassen abwechselnd beide Löcher und den Stoff Stoff, Innenseite unten 2. Stiel wickeln zwei- bis dreimal um das Fadenbündel
Arbeitsschritte in Worten
SchrittWas zu tun ist
1. Faden sichernDoppelten Faden durch die Nadel ziehen und auf der Innenseite des Stoffes mit zwei kurzen Stichen verankern. Den Knoten nicht auf der Außenseite bilden.
2. Durch beide Löcher fassenAbwechselnd durch beide Löcher und durch den Stoff stechen. Der Knopf liegt dabei auf einem Abstandhalter, damit später Platz für die zweite Stofflage bleibt.
3. Fadenstiel wickelnAbstandhalter entfernen, den Knopf anheben und den Faden zwei- bis dreimal um das Fadenbündel zwischen Knopf und Stoff wickeln.
4. Vernähen und prüfenDen Faden auf der Innenseite sichern, abschneiden und den Verschluss einmal schließen und öffnen.

Für Vierlochknöpfe zwei Lochpaare verwenden, entweder parallel oder über Kreuz. Ein Knopf mit vorhandener Öse wird anders befestigt. Bei dünnem oder ausgerissenem Stoff hilft eine fachkundige Reparatur mehr als ein neuer Faden.

  • ein passender Knopf
  • eine Handnähnadel, deren Öhr das Garn durchlässt
  • Garn, das zu Stoff und Knopfgewicht passt
  • eine kleine Schere
  • ein Fingerhut, wenn du kräftig durchstichst
  • ein Abstandhalter: ein Zahnstocher, ein Streichholz oder eine zweite Nadel

Eine Nähmaschine braucht es nicht. Wer trotzdem eine ausprobieren möchte, kann die Bibliothek der Dinge in Ludwigshafen prüfen und sich das Gerät für ein paar Tage leihen. Für einen Knopf ist das mehr Aufwand als Nutzen.

Ein Ersatzknopf kostet wenig. Ob ein Kleidungsstück stattdessen in die Änderungsschneiderei geht, ist eine Ausgabenentscheidung wie jede andere, und ein einfaches Haushaltsbuch führen macht sie vergleichbar. Bei einem Mantel kann das Nähenlassen sinnvoll sein, bei einem T-Shirt selten.

Markieren und befestigen

Die Position liegt gegenüber dem Knopfloch. Stecke die Nadel durch das geschlossene Knopfloch und markiere den Einstich auf dem Stoff, oder halte den Knopf direkt auf die Stelle.

Fädle das Garn doppelt ein und sichere es auf der Innenseite mit zwei kurzen Stichen an derselben Stelle. Ein Knoten allein rutscht durch den Stoff.

Dann nähst du in dieser Reihenfolge:

  1. Nadel von unten durch den Stoff und durch das erste Loch.
  2. Nadel durch das zweite Loch zurück in den Stoff.
  3. Den Abstandhalter zwischen Knopf und Stoff legen, beide Stiche wiederholen.
  4. Vier bis sechs Runden, gleichmäßig, nicht zu stramm.

Der Abstandhalter ist der wichtigste Handgriff. Ohne ihn sitzt der Knopf flach auf dem Stoff, und die zweite Lage hat keinen Platz. Beim Zuknöpfen zieht es dann an den Fasern, und der Knopf reißt beim nächsten Mal mit einem Büschel Stoff aus.

Wenn dir eine Hand fehlt, halte den Abstandhalter nicht mit den Zähnen fest. Es ist in Ordnung, mit kleiner Nachbarschaftshilfe anfangen und beim nächsten Kaffee um zehn Minuten Hilfe zu bitten. Zwei Hände machen das in der halben Zeit.

Der kleine Fadenstiel

Jetzt kommt der Teil, den man auf Fotos schlecht sieht. Zieh den Abstandhalter heraus. Der Knopf sitzt locker auf einem Fadenbündel.

Wickele den Faden zwei- oder dreimal um dieses Bündel zwischen Knopf und Stoff. Zieh jede Windung einzeln an, nicht alle auf einmal. Danach führst du die Nadel auf die Innenseite und vernähst den Faden mit zwei kurzen Stichen.

Die Schlaufen nicht unkontrolliert zusammenziehen. Ein zu strammer Stiel hebt den Abstand wieder auf, ein zu lockerer lässt den Knopf kippen.

Manche Handgriffe lernt man aus einem Buch schneller als aus einer Beschreibung. Wer passenden Lesestoff finden möchte, fragt in der Stadtbibliothek nach einem Grundlagenbuch zum Handnähen; die Bilder dort zeigen genau diesen Stiel.

Ausprobieren und die Varianten erkennen

Knöpfe das Kleidungsstück einmal zu und wieder auf. Sitzt der Knopf stramm, aber ohne Zug? Dann ist die Arbeit fertig.

Bei einem Vierlochknopf nähst du durch zwei Lochpaare, die quer zur Zugrichtung liegen. Ob Kreuz oder parallel, entscheidet der Geschmack; für den Halt ist der Fadenstiel wichtiger als das Muster. Ein Knopf mit vorhandener Öse wird anders befestigt: Dort nähst du durch die Öse, nicht durch den Stoff.

Nadeln und Kleinteile gehören nach der Arbeit in eine geschlossene Dose, nicht auf die Armlehne. Das ist keine Frage von Ordnung, sondern von kleinen Kindern und neugierigen Katzen. Ein sicher verschlossener Behälter ist die ganze Vorsichtsmaßnahme.

Und wenn du merkst, dass dir das Reparieren liegt: ein passendes Ehrenamt in Ludwigshafen suchen kann man dort, wo Handarbeitswissen gebraucht wird. Ein Reparaturcafé oder eine Nähstube freut sich über jemanden, der einen Knopf in fünf Minuten annäht.